Liebe Konzertgäste,

wie gut, dass es die Musik gibt! Musik ist der Ausdruck unseres Innersten. Hier wird gesagt, was nicht gesagt werden kann – und es gibt so Vieles, worüber wir im Moment schweigen dürfen! Wie gut, dass wir im Moment wieder Musik live erleben können! Die Freude der Musikerinnen und Musiker ist mindestens ebenso zu spüren, wie die des Publikums. Wir alle hoffen inständig, dass es so bleibt. Die Ebene, auf der uns die Musik trifft, ist ein Ort der Resonanz, des Vertrauens, der Harmonie, der Toleranz und des Respekts. Ohne diese Aspekte kann keine gute Musik entstehen. 1976 erhält Max Frisch den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. In seiner Dankesrede warnt er vor dem Aufbau von Feindbildern (www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de, hörenswert!). Beim Musizieren gibt es keine Feindbilder, das würde Musik unmöglich machen! Vielleicht bin ich deswegen Musikerin geworden, weil ich immer die Harmonie gesucht und gelernt habe, dass alle Menschen gleich sind. Ausgrenzung kommt niemals in Frage.

In diesem Jahr begeben wir uns auf musikalische Reisen und holen uns das Unbekannte in den Konzertsaal. Mit Blick auf die zauberhaften Osterseen besuchen wir zusammen mit dem Modern String Quartet die „Bilder einer Ausstellung“ und begegnen der russischen Hexe Baba Jaga. Auf historischen Instrumenten entführt uns das „De la Rosée Consort“ und auf historischen Instrumenten lernen wir Alte Musik von Syrien bis Schottland kennen – Sie werden sehen: wir sprechen alle die gleiche Sprache! Die jungen Preisträger des ARD-Wettbewerbs  stammen selbst aus aller Herren Länder: Russland, Moldawien, China oder Deutschland... Ihre gemeinsame Muttersprache ist die Musik!
Ob die „Quattro stagioni“, die Vier Jahreszeiten, von Antonio Vivaldi sich mit den Vier Jahreszeiten aus der Feder des argentinischen Komponisten Astor Piazolla vertragen, das wird uns das Ensemble Rubin verraten. Aber Eines kann ich Ihnen verraten: es wird keine Ausgrenzung geben....
Katie Mahan bringt uns einen Hauch von New York mit, auch wenn ihr Spezialgebiet der weitgereiste Wolfgang Amadé Mozart ist (bis Amerika brachte ihn die Postkutsche leider nicht) und das Ensemble Noisten, das von einem tanzenden Derwisch begleitet wird, reist mit uns in die Welt der arabischen Mystik.
Und bevor uns die Bläsersolisten aus Georgien (Georgian Wind Soloists) umgarnen, freue ich mich auf ein Wiedersehen mit Gerd Anthoff, für mich Bayerische Heimat und Erinnerung an unseren verstorbenen Schirmherrn Enoch zu Guttenberg.

An dieser Stelle möchte ich mich herzlichst bei unserem Förderverein „Kulturbegegnungen an den Osterseen“ bedanken, der in den letzten Monaten überzeugt hinter mir stand. Danke an das Team der Iffeldorfer Meisterkonzerte, allen voran Frau Mack und Frau Clauss, die die ständigen Veränderungen mit mir gemeistert haben, und der Gemeinde Iffeldorf und Herrn Bürgermeister Lang, für das große „JA“, das uns entgegengebracht wird!!

Ihre
Andrea Fessmann
Künstlerische Leiterin der Iffeldorfer Meisterkonzerte
1. Vorsitzende des Fördervereins "Kulturbegegnungen an den Osterseen" e.V.